Es gab, vorsichtig ausgedrückt, viel Feedback auf einen Beitrag bei SPON. Er titelte “Guten Tag, Herr Professorin” und sprach von textueller geschlechtsunabhängiger Gleichberechtigung.
Gibt es nicht wichtigere Probleme?
Eine etwas (un)glücklich gewählte Formulierung führte unsere Medien in die Irre. Der Spiegel titelte etwas von Gleichberechtigung und “Guten Tag, Herr Professorin”. Auch der Anreißertext ist missverständlich formuliert. Dies scheint für einige Medien genug gewesen zu sein, um zu behaupten, dass man nun so an der Universität Leipzig seinen bis dato Professor anzusprechen hat.
Fakt ist, die für den alltäglichen Sprachgebrauch vergleichsweise unbedeutende Grundordnung der Universität wird grundsätzlich in weiblicher Form erscheinen.
Aber auch das wird im Spiegel als Novum gefeiert. Ein Dokument aus dem Jahr 2006 des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beweist, so neu ist das gar nicht.

Mit Alliterationen in den Wahlkampf – Wanka´s Geschlecht ist mit 32,8% unterdurchschnittlich stark vertreten im Bundestag
CC BY-SA 2.0 dank sludgegulper
In Wirklichkeit ist mit diesen anderen Formulierungen aber niemanden geholfen. Die Debatte ist in eine ergebnislose, unbedeutende Richtung abgedriftet, die Hardliner-FeministInnen freut, die meisten Leute aber kalt lässt.
Da die männliche Form kürzer und gewohnter ist, finde ich diese auch angebrachter.
Umgewöhnen nervt, was man an unseren Rechtschreibreformen gemerkt hat.
Nur weil jemand das Wort Physiker verwendet, sagt er noch nicht, dass Marie Curie und andere Physikerinnen unwesentliche Erkenntnisse zu unserer heutigen Physik beigetragen haben.
Das mag etwas konservativ sein, aber warum seine Energie in so etwas stecken, wenn man gleichzeitig für eine Gleichbezahlung kämpfen könnte?
Woher kommt das nun aber, dass man nur weiße, bärtige Männer vor dem geistigen Auge sieht, wenn man von Professoren und Dozenten spricht? Nicht durch irgendwelche Formulierungsrichtlinien von Grundordnungen. Sondern weil es entweder der Stereotyp will oder es so ist.
Wenn man sich einen Friseursalon vorstellt, sehen viele sicher zuerst die Frauen und dann homosexuelle Männer als Angestellte vor sich. Das wird aber nicht durch die Hausordnung die dort aushängt beeinflusst (wer liest die schon?), sondern durch unsere Erziehung/Beeinflussung oder Ist-Zustände.
Die Hausordnung umzuschreiben ist da ein Weg mit sehr limitiertem Erfolgsmöglichkeiten.
Wenn man also Gleichbezahlung und Chancengleichheit (was für mich nicht gleich Frauenquote ist) durchsetzt, wird sich auch das Bild vor den geistigen Augen ändern.




















