60€ für Schwarzfahren? Hackt es?

Von Mainboarder am 18.11.2014 veröffentlicht
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Ab 2015 kostet Schwarzfahren voraussichtlich 60€. Was bei notorischen Schwarzfahrern sicher noch zu niedrig ist, ist für Touristen und ältere Menschen einfach nur unverschämt. Ebenso könnte man zumindest in Leipzig auch die Einnahmen ganz einfach steigern.

Als Leipziger will ich so selten wie möglich auf die öffentlichen Nahverkehrsmittel angewiesen sein. Teuer, holprig, unzuverlässig. So nehme ich unsere Verkehrsunternehmen war. Deswegen habe ich auch eine spezielle Software geschrieben, die hoffentlich nicht nur mir hilft. In den dunklen und kalten Monaten fahre ich dann aber doch mit den Öffis – wie heute Morgen. Als ich in der alten Tatrabahn saß, war ich verwundert: kein defekter Automat an Board. Das ist echt selten. Dafür war gar kein Automat an Board. Der stationäre Automat an der Haltestelle war vor Kurzem abmontiert, ist aber mittlerweile wieder da. Dessen Monitor flimmerte wild. Damit hatte jeder das Recht ohne Ticket zu fahren, bis wieder ein funktionierender Automat in einer Bahn oder einem Bus ist. Und das ist erstaunlich selten der Fall. Wie viel Geld wohl verloren geht, weil die Automaten einfach nicht funktionieren?

Interessant ist dann auch, dass man verlangt 2,40 als Kleingeld zu haben. Manchmal muss es auch passend sein. Ob man dann für die Kontrolleure schnell genug den 10€ Schein gewechselt bekommt, ist für mich fraglich. Zumal das Misstrauen gegenüber Leuten, die Scheine tauschen möchten eh relativ hoch ist und im Zweifel Mitfahrer einfach “Sorry, kann ich nicht wechseln” sagen, statt nachzuschauen.

Statt die 60 € zu verlangen, scheint es für mich zielführender die eigene Technik im Griff zu haben und für den Kunden alles möglichst einfach zu gestallten. Ein Negativbeispiel aus Leipzig:

  • Hund, Fahrrad und große Gegenstände benötigen ein Extraticket.
  • Ausgenommen sind Hunde in Transportboxen, da benötigt auch die Box kein Ticket
  • Mit einer Abokarte kann man 2 Erwachsene und ein paar Kinder mitnehmen (wie viele eigentlich?)
  • Eine Erwachsenenkarte kostet mehr als die Extrakarte
  • Man kann einen Hund mit auf der Abokarte mitnehmen, nicht aber ein Fahrrad, auch nicht anstelle eines weiteren Erwachsenen

Woher soll sowas ein Tourist wissen, der sich die Karte, die übertragbar ist, ausgeliehen hat? Oder ältere Leute, oder generell Leute, die nicht jeden Tag Bahn fahren (müssen).

Besser wäre zu sagen, die Abokarte ersetzt ab 17 Uhr zwei Erwachsenenkarten, x Kinderkarten und eine Extrakarte.

Ein zweites Beispiel:

  • Kurzstrecke ist für Bahn und Bus vier Haltestellen
  • in der S-Bahn ist die Kurzstrecke eine Haltestelle
  • außer im Citytunnel. Da zählt Hauptbahnhof bis Bayerischer Bahnhof als eine S-Bahnhaltestelle, oder vier Straßenbahnhaltestellen
  • Wer aber unterwegs im Citytunnel einsteigt, kann dennoch nur bis zu einem Bahnhof mit einer Kurzstrecke fahren

Solche Regelungen öffnen meiner Meinung nach Tür und Angel für kräftiges Abkassieren von Schwarzfahrgeldern, obwohl die Leute sich die Leistung unwissentlich erschlichen haben.

Warum dann nicht das erhöhte Beförderungsentgeld – wie es im Beamtendeutsch heißt – staffeln: einmal Schwarzfahren 30€, danach immer um weitere 30€ für die betreffende Person erhöhen? Nach einem Jahr gibt es eine Reduzierung um 30€, bis mindestens 30€. Notorische Schwarzfahrer werden kräftig zur Kasse gebeten und auch versehentliche Schwarzfahrern wird das ärgern. Aber nicht zu sehr um auf die Öffis nur aus diesem Grund zu verzichten.

Stattdessen, so scheint es mir, wird nun bundesweit eine Regelung eingeführt, die ungerecht gegenüber willentlichen Schwarzfahrern ist. Denn die dürfen gerne mehr zahlen. Touristen, die aber auf anderem Wege mehr Geld in die kommunalen Kassen spülen, muss man nicht mit solchen Tarifkonstrukten allá Tarifbau zu Babel ausnehmen.

Leider wurde der fahrscheinlose Nahverkehr sofort von der LVZ bombardiert. Ein Vorschlag über den man durchaus Reden könnte, sofern er solidarisch finanziert wird.

Raspberry Pi als FM-Sender

Von Mainboarder am 14.11.2014 veröffentlicht
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Es geht auf den Winter zu und wird wieder (zu) früh dunkel. Das ist Bastelzeit. Und nachdem ich hörte, dass man den Raspberry Pi in einen FM-Radiosender verwandeln kann, googlete ich eine Anleitung. Schnell noch einen kleinen, dünnen Draht gesucht und zurecht gebogen. Der ist die Antenne. Danach die Software geladen, entpackt und ausgeführt:

Leider ist das Ganze in Deutschland so nicht legal. Der Raspberry Pi produziert eckige Wellen und Ober- und Unterwellen. Damit funkt er nicht nur in dem Bereich in dem er soll. Außerdem funkt er auch stärker (bei entsprechender Antenne) als mit den 50 nW, die in Deutschland erlaubt sind.

Raspberry Pi Heatsinks

Von Mainboarder am 12.11.2014 veröffentlicht
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Nachdem ich auf Amazon ein paar sehr günstige Kühlrippen für den Raspberry Pi (Amazon Partnerlink) entdeckt hatte, dachte ich mir, viel zu verlieren habe ich damit nicht und bestellte.

Ca. zwei Wochen später kamen sie an und ich konnte sie auf den Mikrocomputer kleben.

pisense_temp-week In der nebenstehenden Grafik sieht man dabei zwei tiefe Ausschläge. Der erste, am 6. November, zeigt dabei das Aufkleben der drei Kühlrippen auf die CPU/GPU, Spannungswandler und USB-/LAN-Controller.

Der zweite, tiefere Ausschlag am 9. November zeigt die Temperatur, bei offenem Case. Ich hatte eine Software getestet, die einen GPIO-Pin als Antenne nutzt um mittels FM Radio senden zu können (Beitrag folgt). Dafür musste ich das Case öffnen.

Für mich zeigt das, dass die Heatsinks bei geschlossenem Case die Temperatur des Cores lediglich um circa 1°C senkt. Bei offener Hülle ist dagegen der Temperaturverlust bei fast 10°C. Damit ließe sich dann auch recht sicher übertakten. Das mache ich derzeit aber aus diversen Gründen nicht.

Wer also den Raspberry Pi offen betreibt, oder mit ausreichend großer Schutzhülle, für den kann sich so ein Kühlkörperset lohnen. Nutzt man die mitgelieferte Verpackung als Hülle – wie ich – der hat vermutlich nur einen marginalen Effekt.

Offenbar, so berichten es mehrere Medien, will der BND jetzt verschlüsselte Internetverbindungen angreifen, indem bis 2020 4,5 Millionen Euro zur Seite gelegt werden, um sie auf einem Schwarzmarkt für unbekannte Sicherheitslücken auszugeben.

Exakt 25 Jahre nach dem Mauerfall und dem Ende des Unrechtsstaates DDR wird damit bekannt, die Überwachung in der BRD weiter auszubauen und aktiv Steuergelder verwenden um sie kriminellen Hackern gegen Sicherheitslücken anzubieten.

Dass damit sowohl Steuergelder veruntreut werden und an kriminelle Hacker ein falsches Signal gesetzt wird, scheint den BND nicht zu interessieren. Auch, dass die Endpunkte der verschlüsselten Verbindungen meistens ausreichend unsicher sind um einen Zugriff auf die Verbindung zu erhalten (was keineswegs besser ist).

Udo Vetter hat dazu auch ein paar gute Argumente.

Deswegen hier nun eine Stand November 2014 aktuelle Apache 2.2 SSL CipherList, welche die mir derzeit beste scheint:

ECDH+AES256:DH+AES256:ECDH+AES128:DH+AES:ECDH+3DES:DH+3DES:RSA+AESGCM:RSA+AES:RSA+3DES:!aNULL:!MD5:!DSS

Damit niemand die Liste auf dem Weg zu eurem Rechner manipulieren kann, muss diese Seite über SSL aufgerufen werden.

Allerdings sollte man auch möglichst auf AES im Galouis Counter Mode (GCM) verzichten, da es seit 2005 bekannte Schwachstellen hat.

Falls ihr meint, eine besser Cipher List zu haben, dann gerne her damit!