Mit der aktuellen Sixtus vs. Lobo Folge, werden, wie skriptüblich, ein paar steile Thesen aufgegriffen bzw. geschöpft und pseudoempirisch bewiesen. Dabei wird — wie oftmals — die Bedeutung des Internets in den aktuellen Problemen angerissen und karikiert dargestellt:

Das durchaus bemerkenswerte an der Folge ist jedoch, dass diesmal selbst die klassischen Medien (oder wie es in dem folgenden Video lautet “die etablierten Medien”) einen ähnlichen Standpunkt dargelegt haben — zumindest, was den Rücktritt Köhler´s angeht.

Man konnte, wie auch an anderen Beispielen deutlich wird, erkennen, wie Blogs Themen in die Medienlandschaft eintragen. Für mein subjektives Empfinden verringert sich zudem noch der Abstand zwischen solchen Themenbeiträgen aus der Blogosphäre. Bloghausen dürfte also in mittlerer bis ferner Zukunft Blog-City heißen.

Meine ersten Erlebnisse als Blogger

Erstmals bewusst, in meiner noch recht jungen Bloggingerfahrung wurde mir das Potential mit der Gewalteskalation seitens der Polizei bei der Freiheit statt Angst Demonstration ´09. Das Thema trat wenige Tage später in die klassischen Medien über und man diskutierte bei N24 wie man mit solchen Vorfällen umzugehen hat.

Auch die Politik nahm die Problematik auf. Leider ohne den gewünschten Erfolg, sondern mit erschreckenden Begründungen, warum eine Kennzeichnung von Polizisten nicht notwendig ist.

Die Medienkrise erst am Anfang?

Tendenziell ist für mich zu erkennen, dass Blogs auch in Deutschland eine steigende Bedeutung haben bzw. das die Medienkrise wohl erst am Anfang steht. Denn des einen Freud ist des anderen Leid und so scheint es, als würden die klassischen Medien und besonders die Printmedien umdenken müssen, damit auch sie noch in Zukunft genug Geld verdienen können. Ich glaube nicht, dass die Einnahmen steigen werden, wenn die Themen aus Blogs nur noch aufgegriffen werden und quasi leicht nachrecherchiert dann in den Tagesthemen erscheinen.

Grundsätzlich sollte man sich wieder stärker auf die Aufgaben als Vierte Gewalt des Staates konzentrieren und mit dem Presseausweis Einblicke und Möglichkeiten erlangen, die ein Blogger ohne Akkreditierung eben nicht bekommen kann. Hat dann ein Journalist genug Material für einen Bericht, dann kann er eben auch dieses mit anführen — soweit rechtlich möglich. Denn nur mit Konzertkritiken, schwarz-rot-weißen Skandälchen und vergleichbaren wird sich (hoffentlich) bald nicht mehr ausreichend Geld schöpfen lassen, auch wenn einiges davon sicher auch eine wichtige Rolle für eine Gesellschaft spielt.

Die Rolle des Echtzeitinternets

Interessant scheint auch die neue Qualität des Echtzeitinternets, welches beträchtliche Probleme mit sich bringt. So war auch bei der Geiselnahme in Leipzig in einer H & M-Filiale Twitter wohl eines der wichtigsten Medien. Reporter die Vorort wahren berichteten live das Neueste. Auch die Lokalzeitung “Leipziger Volkszeitung” analysierte das Geschehen im Netz.

Es könnte zu einem ernstzunehmenden neuen Problem werden, wenn auch die Straftäter Twitter nutzen, um sich über die Sachlage außerhalb zu informieren. Das mag im ersten Moment absurd klingen, ist aber dennoch potentiell möglich und könnte für zukünftige Straftaten angewendet werden.

Es wird sicher noch einige Zeit brauchen bis es soweit ist, aber wenn der Trend anhält, so ist Journalismus neben einem Beruf auch bald ein Hobby für viele Laien. Die Fünfte Gewalt des Staates wird gebohren, denn Blogger überwachen Medien und Politik gleichzeitig. Denn werden in vielen Blogs von einer e-Petition berichtet, so ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass das Anliegen auch der Bundesregierung vorgetragen werden kann.

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