Auch wenn ich gerade einen Artikel zu meiner Kritik gegen die Piraten veröffentlicht habe, so möchte ich doch nun auch mal die Deutsche Presse-Agentur (dpa) für ihre Berichterstattung kritisieren.
Es geht um die angebliche Meinung der Partei zu dem Löschgesetz von Kinderpornografie:
“Auch die Piratenpartei, in der sich viele Netzaktivisten engagieren, bezeichnete das Löschen als überflüssig”
Quelle: Yahoo!
Da diese jedoch komplett falsch wiedergegeben wurde, habe ich eine offene E-Mail an die dpa geschrieben.
Beschwerde über Berichterstattung
Sehr geehrte Damen und Herren,
bei Yahoo! wurde in Ihrem Namen ein Artikel zum neuen geplanten Kinderpornoseitengesetz publiziert <http://de.news.yahoo.com/26/20100217/ttc-neues-gesetz-gegen-kinderpornoseiten-a0164be.html>.
In diesem geben Sie die angebliche Meinung der Piratenpartei wieder:
“Jedoch stößt auch dies auf Kritik: So erklärte der Bund Deutscher Kriminalbeamter vor wenigen Tagen, Löschen sei nicht wirkungsvoller als Sperren. Auch die Piratenpartei, in der sich viele Netzaktivisten engagieren, bezeichnete das Löschen als überflüssig. Köhler hatte vor der Unterzeichnung ergänzende Informationen von der Koalition verlangt.”Auch wenn ich erst vor kurzem selbst eine Kritik zu der Partei veröffentlicht habe und mit den Piraten nicht immer auf einer Seite stehe, so ist das Anliegen der Partei ein anderes. Man will kein neues Gesetz, da die bisherigen Regelungen vollkommen ausreichen würden um Kinderpornos wirksam zu bekämpfen.
In Ihrem Bericht wurden dabei die Ansichten falsch wiedergegeben und entsprechen nicht den Tatsachen, was Ziffer 2 des Pressekodex des Presserates eindeutig widerspricht:
“[...] Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt [...] wahrheitsgetreu wiederzugeben.”
Ich möchte Sie daher bitten in Zukunft solche Unterstellungen gegenüber jeder Person, Partei, Firmen oder sonstigen äußerungsfähigen juristischen Personen zu unterlassen.Eine Richtigstellung nach Ziffer 3 des Pressekodex halte ich für notwendig, ebenso eine Stellungnahme zu diesem Schreiben.
Das eigentliche Anliegen der Partei ist es kein neues Gesetz auf den Weg zu bringen, sondern die vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen. Das entspricht in keinster Weise dem Inhalt, den die dpa publizierte.
[Update 18.02.10 15:14 Uhr]
Die dpa hat mir geantwortet und den Fehler eingestanden. Er wurde korrigiert:
Auch die Piratenpartei, in der sich viele Netzaktivisten engagieren, bezeichnete ein Lösch-Gesetz als überflüssig.
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