Mein Silvester 2013-2014

Von Mainboarder am 1.01.2014 veröffentlicht
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Das war wirklich beeindruckend gestern. In vielerlei Hinsicht: Wir wollten für die Neujahrsfete nah dran sein und gute Aussicht haben. Dass es so nah sein wird, dachte ich jedoch nicht.

Gewandhaus

Aussicht

Wo hat man in Leipzig die beste Aussicht zu Silvester? Wir meinen, es sei die alte Hauptpost, direkt am Augustusplatz. Zwei Tage vorher schauten wir daher, ob es wirklich möglich ist, dort zumindest gegen 0 Uhr zu sein. In einer unverschlossenen Tür klemmte an der Schließzunge ein Zigrettenstummel. Dadurch war die Tür faktisch komplett offen. Den entfernten wir, um später möglichst ungestört zu sein.

Derzeit steht noch von Weihnachten ein rießiger Werbeadventskalender vor der Fassade. Das ist gut, da dadurch das verglaste Treppenhaus nur schwer einsehbar ist. Das Dach selbst ist aufgrund der hellen Beleuchtung des Plakats sehr dunkel und schwer einzusehen.

Man wird denken, dass sei ja total riskant, Silvester im Zentrum auf einem Dach zu feiern. Ablehnen kann ich den Gedanken nicht. Deswegen entfernten wir ja den Zigarettenstummel.

Feuerwerk

Feuerwerk

Außerdem vertrauten wir auf die ganzen Idioten in der Stadt, um die sich ja auch gekümmert werden muss. Ohnehin hatten wir nicht vor Feuerwerkskörper dort zu zünden, sondern wollten einfach nur die Aussicht genießen.

Silvester selbst waren es dann doch erstaunlich viele auf dem Dach. Wir genossen die Aussicht einige Zeit, bis auch Leute vom Dach Feuerwerkskörper zündeten. Ein Spähen über das Dach in den Innenhof offenbarte dann, dass die Luft noch rein ist. Ich dachte: entweder jetzt, oder ganz lange nicht mehr. Wir gingen das Treppenhaus hinunter und zu zweit aus der Tür. “Wir waren pullern.” – alles andere hätte bewiesen werden müssen. Wir stellten fest, dass noch immer alles in Ordnung ist und versuchten im hoffnungslos überlasteten

Sternburg mit Blattgold

Sternburg mit Blattgold

Handynetz Entwarnung den Zurückgebliebenen zu geben. Das scheiterte, also musste jemand zurück, sie abholen.

Als wir dann draußen waren und von draußen am Treppenhaus vorbeigingen, standen dort drei Polizisten, einer sagte wohl, dass die Leute von dort oben hier runter kommen werden.

Wir freuten uns, dass alles so lief, wie wir das hofften und wir die Zeit optimal abgepasst haben. Darauf trank ich ein Sternburg mit Blattgold bei einer Runde Looping Louie zu einem Set von Lexer. Prost!

Ziemlich phänomenal war die Aussicht. Auf Augenhöhe mit den Feuerwerk, das war schon was. Ich würde aber niemanden empfehlen es auf diesem Weg nachzumachen.


Piwik 2.0 ist da

Von Mainboarder am 19.12.2013 veröffentlicht
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Die Webanalyse-Software Piwik ist in einer neuen Hauptversion erschienen, kurz nach Vorstellung der Beta. Ein neues Design und tiefe interne Änderungen werden geliefert.

Als erstes dürfte das neue Design auffallen. Sowohl die Projektseite, als auch die Software selbst, sehen anders aus.
Ein neues Logo hat Piwik auch spendiert bekommen.
Die Software wirkt bunter, aber auch einheitlicher.

Unter der Haube wurde die Datenbankstruktur verändert, sodass größere Installationen (Piwik gibt an, dass das vorallem Datenbanken ab 100 Mb Größe sind), die Datenbank direkt auf der Kommandozeile aktualisieren sollten.

Beim Update kam bei mir zunächst eine PHP-Fehlermeldung, da auf eine Datei nicht zugegriffen werden konnte. Scheinbar funktioniert dennoch alles. Womöglich war dieser Fehler nicht zu vermeiden.

Eine weitere tiefgreifende Änderung stellen die Plugins dar. Diese sind nun über ein Marketplace verfügbar, können aber auch direkt durch die Piwikinstallation importiert werden. Dies ist mit der Pluginverwaltung von WordPress vergleichbar.

Zunächst startete der Marketplace mit lediglich vier Plugins. Der Großteil dieser Plugins ist schon in den älteren Versionen mitgeliefert wurden, nun jedoch nicht mehr kompatibel und muss über die neue Funktion aktualisiert werden.

Die für Deutschland möglicherweise wichtigste Änderung ist die Möglichkeit nun auch IPv6-Adressen durch die Software anonymisieren zu lassen. Dabei wird, wie bei IPv4, ein Teil der IP-Adresse durch Nullen ersetzt.

Ich hatte mich schon gefragt, was Piwik eigentlich noch alles an Funktionen mit in die Software packen will. Vermutlich will man mit dem neuen Marketplace die Konzentration mehr auf den Kern lenken und einzelne Funktionen in Plugins auslagern. Das würde helfen die Datenbank auf Dauer nicht unnötig groß werden zu lassen, da der Nutzer erst benötigte Plugins selbst installieren muss.
Andererseits besteht aber auch die Gefahr unsauberer Deinstallationen.


Eine Abmahnwelle die zweifeln lässt

Von Mainboarder am 11.12.2013 veröffentlicht
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Derzeit – kaum einer dürfte es nicht mitbekommen haben – geht eine Abmahnwelle durch Deutschland. Darin wirft eine Kanzlei Anschlussbesitzern vor, bei einer Pornoplattform urheberrechtlich geschütztes Material heruntergeladen zu haben. Möglicherweise hätten die Abmahnungen nicht zustande kommen dürfen.

Abmahnungen, davon hat vermutlich jeder schon mal gehört. Es geht darum eine Person zum Unterlassen einer Rechtsverletzung außergerichtlich, aber rechtlich wirksam, aufzufordern.

CC BY 2.0 dank stephanski/Flickr

CC BY 2.0 dank stephanski/Flickr

Im Falle der aktuellen Welle gibt es aber Zweifel an der Rechtmäßigkeit. Die Ausmaße werden derzeit bei über 10.000 Abgemahnten verortet. Diese Anzahl lässt jedoch keine Einschätzung zu, ob die Abmahnung zulässig ist. Wenn tatsächlich 10.000 einen Rechtsverstoß begangen haben, muss dieser auch wirksam verhinderbar sein.

Vielmehr konzentriert sich die Kritik auf die Ermittlung der IP-Adressen.
Es wird vermutet, man habe eine ähnlich lautende Domain registriert und auf das eigentliche Angebot weitergeleitet, nicht ohne die IP-Adresse dabei zu speichern. Mehrere Abgemahnte behaupten, den Film nicht zu kennen oder gar die Plattform noch nie besucht zu haben bzw. zum Zeitpunkt nicht zu Hause gewesen zu sein und das WLAN mit einer aktuellen Verschlüsselungsmethode abgesichert zu haben.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es nicht geklärt, aber laut Meinung von Rechtsanwälten nicht verboten ist, online Streams dieser Plattform zu schauen. Es handelt sich nicht um ein offensichtlich rechtswidriges Angebot. Zudem würde man den Film erst einordnen können, wenn er bereits gestreamt wird. Just im Moment des Vergehens wäre eine eigene Einschätzung also auch erst möglich.

Sollten diese Vorwürfe so stimmen, hätte das Landgericht Köln die IP-Adressen der Anschlussinhaber nicht an die Kanzlei herausgeben lassen dürfen.
Weil eine Kammer “geschlafen” hat, wissen jetzt tausende nicht, wie sie richtig handeln sollen. Die Kanzlei würde vermutlich genug Eingeschüchterte finden, die die Kosten zahlen damit sich so eine Aktion lohnt.

Was ist das für eine Gewaltenteilung? Sollte sich das wirklich so Bewahrheiten, sollten nicht nur Richter besser in Sachen Internet ausgebildet werden, es müssten ohnehin schon mehr eingestellt werden. Damit würde ein möglicherweise missverständlich formulierter Antrag nicht missverstanden werden können und jeder Fall entsprechend Zeit zugestanden werden.
Abgesehen davon sollte auch über das System der Abmahnung nachgedacht werden.

Mittlerweile laufen jedenfalls erste Gegenmaßnahmen an.


Meine Reaktion auf den Beitrag “Hellseherin sagt deutschen Sieg bei Fußball-WM voraus” in der Leipziger Volkszeitung vom 03.12. (Titelseite unten rechts).

Sehr geehrte Damen und Herren,

“Hellseherin sagt deutschen Sieg bei Fußball-WM voraus”, so lautet eine Überschrift auf der Titelseite in Ihrer Printausgabe vom Dienstag, 03.12.

Als ich dies lesen musste, war ich doch sehr verwundert welche Relevanzkriterin in Ihrer Redaktion offenbar gelten.

Mir ist nicht bekannt, dass der Beruf der Hellseherin geschützt ist. Grundsätzlich kann sich demnach jeder Hellseher nennen. Da auch kein Name in der Überschrift zu finden ist, gehe ich davon aus, dass die Person eher unbekannt ist.
Unter 82 Millionen Einwohnern ist es keine große Sache jemanden zu finden, der solch eine These vertritt. Zudem sind Erkenntnisse der Hellseherei wissenschaftlich bisweilen nicht belegbar.

Wie schafft es also eine Einzelmeinung einer x-beliebigen Person auf die Titelseite Ihrer Ausgabe?

Mir wurde gelehrt: Nachrichten sind etwas nicht alltägliches, berichtenswertes.
Diese “Nachricht” hat keinerlei Einfluss auf das Leben von Menschen, weder in Leipzig noch sonst irgendwo und wie bereits geschrieben wird es immer jemanden geben, der eine solche Behauptung äußert.

War die Nachrichtenlage bis Redaktionsschluss wirklich so spärlich?
Muss man in Zukunft weiterhin mit solchen Nichtnachrichten rechnen?
Was haben Sie sich von dieser “Information” erhofft?

Mit freundlichen Grüßen